20 Jahre Cafe NUN

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Jubiläum des Kultur-Geheimtipps in der Karlsruher Oststadt

Im Oktober 2006 fand das erste Konzert im Café NUN statt. Wir feiern daher 20 Jahre NUN Kulturraum.

Die Soziokulturelle Initiative Kubik war damals in der Gottesauer Straße 35 in der Karlsruher Oststadt aktiv. Der Verein verstand sich als soziokultureller Treffpunkt und verband Kultur und Begegnung mit einem breiten Veranstaltungsprogramm. Konzerte, Lesungen und Kleinkunst gehörten ebenso dazu wie Workshops, Seminare und einen Cafébetrieb.

Konzertplakat für Denison Witmer für das erste Konzert im NUN
Konzertplakat für das erste Konzert im NUN

Bevor im Café NUN überhaupt Leben einkehren konnte, nahm das damalige Team den Raum selbst in die Hand: Einrichtung inklusive Bar, Bühne und Wanddekorationen wurden eigenhändig entworfen und gebaut. Damit legten sie nicht nur den Grundstein für den späteren Betrieb, sondern auch für jene warme, unmittelbare Atmosphäre, die das NUN bis heute prägt und zu einem wesentlichen Teil seiner Identität geworden ist.

Mit Denison Witmer und J.Tillman standen am 9. Oktober 2006 dann erstmals Musiker auf der Bühne.

Witmer, Singer-Songwriter aus Lancaster, Pennsylvania, war damals gemeinsam mit J. Tillman auf Tour durch Europa. Tillman sollte wenig später als Schlagzeuger der Fleet Foxes und unter seinem Künstlernamen Father John Misty selbst zu einer prägenden Figur der internationalen Alternative-Szene werden. Eine bemerkenswerte Verbindung, die rückblickend zugleich etwas über das feine Gespür des NUN für besondere Künstler und handverlesene Bookings erzählt.

Eindrücke aus den ersten NUN Jahren

Von Kubik zu NUN Kulturraum e.V.

Nach jahrelangem Regelbetrieb und zahlreichen Veranstaltungen kehrte ab 2015 zunächst Ruhe ein. Im September fand mit Dad Rocks! & Black Oak das letzte Konzert statt, anschließend wurde es in der Gottesauer Straße 35 vorerst still.

Gut zwei Jahre später nahm der Kulturbetrieb wieder Fahrt auf. Mit der Wiedereröffnung ging auch eine Neuausrichtung einher: Der Verein firmiert seither unter dem Namen NUN Kulturraum e.V. und ist zu einem reinen Kulturbetrieb ohne reguläre Öffnungszeiten geworden. Dem Verein ist die Gemeinnützigkeit anerkannt. Seine Arbeit im Bereich der Soziokultur wird von der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg gefördert.

Trotz seines inzwischen langjährigen Bestehens ist das Café NUN für viele noch immer ein kleiner Geheimtipp in der vielfältigen Karlsruher Kulturszene.

Wohnzimmerkonzerte in einer Bar

Der Programmschwerpunkt liegt nach wie vor auf Konzerten. Sie finden in der besonderen, gemütlichen Atmosphäre des NUN statt und werden von einem aufmerksamen und musikbegeisterten Publikum besucht.

Auch beim Booking bleibt das NUN seinem Anspruch treu, besondere Künstlerinnen und Künstler auf die kleine Bühne zu holen. Dabei spielt es keine Rolle, ob sie aus der unmittelbaren Nachbarschaft oder von weit her kommen: Internationale Bands und Acts finden im NUN ebenso ihren Platz wie spannende deutschsprachige Musiker*innen.

In den vergangenen Jahren gaben sich zahlreiche internationale Gäste die Klinke in die Hand, darunter Ryan O’Reilly (UK), Dekker (UK), I Am Oak (Niederlande), Lasse Matthiessen (Dänemark), Apollo Ghosts (Kanada), Árstíðir (Island), Loch Lomond (USA), Darling West (Norwegen), Jarle Skavhellen (Norwegen), A.S. Fanning (Irland), Kendall Lujan (USA), Marble Sounds (Belgien), Grand Camino (Frankreich) und Kaurna Cronin (Australien).

Eindrücke aus dem NUN seit Wiedereröffnung bis heute

Auch zahlreiche deutsche und deutschsprachige Künstler*innen waren bereits im NUN zu Gast, darunter Gisbert zu Knyphausen, Stefan Honig, Ansa Sauermann, Bernhard Eder, Stella Sommer, Florian Ostertag, Lúisa, Juli Gilde, Hotel Rimini, Paula Paula und Lilly Among Clouds.

Doch das NUN ist längst nicht nur Konzertbühne. Auch andere Kulturformate haben hier ihren festen Platz gefunden. Die regelmäßige Jamsession „Klangwerk“ hat sich ebenso etabliert wie der beliebte „Wahrhaft Schwache Quizabend im NUN“, bei dem die Lösungen auf höchst unterhaltsame und theatralische Weise präsentiert werden. Auch Bier- und Weintastings haben bereits stattgefunden und beim Karlsruher Publikum großen Anklang gefunden.

Dank der ruhigen und persönlichen Atmosphäre eignet sich das NUN zudem hervorragend für Lesungen und Vorträge. Im Frühjahr 2026 war beispielsweise die Autorin Hannah Häffner für eine ausverkaufte Lesung ihres Bestsellerromans Die Riesinnen zu Gast. Mit der Karlsruher Stephanus Buchhandlung konnte das NUN hierfür einen passenden Partner gewinnen.

NUN Auswärtsspiele

Eine besondere Erweiterung des NUN-Programms entstand während der Corona-Pandemie. Da Veranstaltungen in kleinen Innenräumen zeitweise nicht möglich waren, entwickelte das NUN-Team die Idee der „Auswärtsspiele“.

So wurden Konzerte unter anderem auf dem Kronenplatz, im Alten Schlachthof, im Jazzclub Karlsruhe und in der Kleinen Kirche veranstaltet. Die Auswärtsspiele haben sich dabei zu einer schönen Möglichkeit entwickelt, das NUN auch außerhalb seiner eigenen vier Wände erlebbar zu machen.

Auch 2026 steht wieder ein besonderes Auswärtsspiel auf dem Programm: Am 8. Dezember kehrt die isländische Folk-Band Árstíðir nach Karlsruhe zurück. Das Konzert findet in direkter Nachbarschaft des NUN erstmals in der Lutherkirche an der Durlacher Allee statt.

100 Prozent Ehrenamt

Hinter dem Programm steht ein Team, das seine Arbeit vollständig ehrenamtlich leistet. Neben Beruf, Studium und Familie betreiben die Aktiven das Café NUN und stemmen dabei jährlich bis zu 60 Veranstaltungen. Bezahlte Stellen gibt es nicht.

Zum Aufgabenbereich des Teams gehört weit mehr als die Durchführung der Veranstaltungen: Booking, Öffentlichkeitsarbeit und Marketing, Buchhaltung sowie die Pflege und Instandhaltung des Kulturraums und des Außenbereichs gehören ebenso dazu. Darüber hinaus ist der NUN Kulturraum e.V. Mitglied im Kulturring Karlsruhe.

Aktuell zählt der Verein 55 Mitglieder. Etwa 10 bis 20 Aktive bilden das Kernteam und kümmern sich regelmäßig um die Organisation und Betreuung der Veranstaltungen.

Kultur mit Herz und Eigeninitiative

Das Ziel des NUN ist dabei über all die Jahre gleich geblieben: die Karlsruher Kulturlandschaft zu bereichern, Künstlerinnen und Künstlern eine Bühne zu bieten und Menschen mit Kultur zusammenzubringen.

Oder, ganz einfach gesagt: Das NUN möchte einen Ort schaffen, an dem gute Musik, spannende Kultur und nette Menschen zusammenkommen. Und das in Wohnzimmeratmosphäre, mitten in Karlsruhe.

Vielen DAnk für 20 JAhre NUN

In diesem Zusammenhang möchten wir nun allen danken, die zum Gelingen beigetragen haben:

  • Allen, die das NUN gegründet und fortgeführt haben
  • Allen, die sich im Laufe der Zeit im NUN engagiert haben, Zeit, Energie und Leidenschaft aufgebracht haben; für Technik, Theke, Booking, Vereinspflege…
  • Allen, die das NUN unterstützt haben mit Spenden und Förderungen, insbesondere der Stadt Karlsruhe und dem Land Baden-Württemberg
  • Allen, die regelmäßig Veranstaltungen besuchen und uns weiter empfehlen
  • Allen, die das Programm auf der Bühne bereichert haben
  • Unserem Vermieter und den Nachbarinnen und Nachbarn für die Akzeptanz der Veranstaltungen

Wir freuen uns auf viele weitere tolle Abende im NUN!

Links:

Kulturring Karlsruhe
Kulturamt Karlsruhe
LAKS Baden-Württemberg
Kulturförderung Baden-Württemberg
Konzerttagebuch (Konzertberichte aus dem NUN)

„Für das Publikum in Karlsruhe ist es eine Möglichkeit, in intimer Atmosphäre musikalische Schätze zu entdecken„

(BNN – Badische Neuste Nachrichten am 11.08.2012 über das Konzert von Sóley)